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The Petition

Sechs Bitten an

Bundeskanzlerin Angela Merkel und
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier



Sehr geehrte Frau Dr. Merkel, sehr geehrter Herr Dr. Steinmeier,

1990 wählte das burmesische Volk mit 82% der Stimmen die \'National League for Democracy\', der auch die spätere Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi angehört. Die Militärdiktatur hat damals nicht nur den Ausgang der Wahl ignoriert und eine Übergabe der Staatsgeschäfte an die neue Regierung verhindert, sondern auch die Ikone der Demokratiebewegung Aung San Suu Kyi unter Arrest gestellt.

Heute demonstrieren buddhistische Mönche für Aung San Suu Kyi\'s Freilassung und einen friedlichen Wechsel in ihrem Land. Immer mehr Menschen schließen sich den Demonstrationen an. Trotzdem wird die Militärdiktatur alles tun, um an der Macht zu bleiben.

All das können wir heute in den Medien verfolgen. Aber jenseits der Weltöffentlichkeit zeigt das Militärregime ein noch weit grausameres Gesicht. Im Vielvölkerstaat Burma/Myanmar führt die burmesische Armee seit 45 Jahren Krieg gegen die eigene Bevölkerung. In den Siedlungsgebieten der Rohingya, Rakhine, Chin, Naga, Kachin, Wa, Shan, Karenni, Karen, Mon brennt das Militär Dörfer nieder, vergewaltigt Frauen und erschießt wahllos Zivilisten. Zwangsarbeit ist an der Tagesordnung, häufig werden Zwangsrekrutierte als lebendige Minendetektoren der Armee vorausgeschickt,.

Deshalb fliehen die Menschen aus ihren Dörfern und verstecken sich im Wald. Dort haben sie keine medizinische Versorgung, kein sauberes Wasser, sind unterernährt und müssen auf jegliche Schulbildung verzichten. 2 Millionen Flüchtlinge befinden sich in ihrem eigenen Land in Lebensgefahr. Diese Menschen können nicht demonstrieren, denn es sieht niemand hin.

Die Europäische Union, eines der wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Bündnisse der Welt, hat es bis jetzt versäumt, Einfluss auf die Förderung der Menschenrechte in Burma/Myanmar zu nehmen.

Bitte überdenken Sie angesichts der verheerenden Notlage der Menschen in Burma/Myanmar die deutsche Politik nahezu bedingungsloser Nichteinmischung!

Bitte forcieren Sie Kraft ihres Amtes eine gemeinsame EU Strategie zur Situation in Burma/Myanmar!

Bitte setzen Sie sich als gewählte Vertreter eines der G4 Länder dafür ein, dass der UN Sicherheitsrat das Thema Burma/Myanmar erneut diskutiert!

Bitte setzen Sie sich Kraft Ihres Amtes bei der Chinesischen Volksrepublik dafür ein, dass sie einen mäßigenden Einfluß auf die Generäle in Rangun ausübt, um ein Blutvergießen wie 1988 zu verhindern!

Bitte üben Sie Kraft Ihres Amtes Druck auf die burmesische Militärdiktatur aus, die Regierungsgeschäfte dem demokratisch gewählten Parlament zu übergeben!

Bitte setzen Sie sich Kraft Ihres Amtes bei General Than Shwe für die Freilassung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ein, denn sie verkörpert die Hoffnung auf Demokratie und ein menschenwürdiges Leben - nicht nur für die demonstrierenden Menschen in den Städten, sondern auch für die marginalisierten ethnischen Vertriebenen jenseits der Weltöffentlichkeit!



Vielen Dank


Die Unterzeichner

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