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Offener Protestbrief an die Stadt Frankfurt am Main und die hessische Landesregierung

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Wir, Autorinnen und Autoren, Künstlerinnen und Künstler, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in Frankfurt am Main arbeiten, verstehen uns als Teil der Öffentlichkeit dieser Stadt. Anlass dieses Briefs sind die aktuellen Maßnahmen der Stadt- und Landesregierung gegen die vom 16. bis 20. Mai geplanten sozialen Proteste in Frankfurt („Blockupy“). Vom Krisen-Rave des "Frankfurter Jugendbündnis" bis hin zur angekündigten Großdemonstration, gegen alle Protestformen wurden für diesen Zeitraum polizeiliche Verbotsverfahren eingeleitet. Darüber hinaus erteilte die Polizei gegen hunderte von Frankfurter/innen im Vorfeld Aufenthaltsverbote für die gesamte Frankfurter Innenstadt sowie weitere Randbereiche. Bei Zuwiderhandlung wird mit Festnahmen, Strafzahlungen im vierstelligen Bereich sowie Ersatzhaft gedroht. Verantwortlich für diese Maßnahmen sind Hessens Innenminister und Wahlverlierer Boris Rhein sowie Frankfurts Sicherheitsdezernent Markus Frank. Der Versuch, soziale Proteste zu verbieten, stellt aus unserer Sicht jede öffentlich freiheitliche Basis in Frage. Wir fordern diese unerträglichen Vorgänge sofort einzustellen und rückgängig zu machen. Als Intellektuelle und Künstler/innen werden wir gerne Beispielhaft für eine weltoffene Stadtkultur gesehen. Um so peinlicher ist uns das paranoide und kontrollversessene Gebaren der Stadt- und Landesregierung. Die eindeutig demokratiefeindlichen Tendenzen der genannten politischen Maßnahmen empfinden wir darüber hinaus als zutiefst besorgniserregend. Gerade in Zeiten der größten Wirtschaftskrise seit den 1930er Jahren halten wir das Infrage- stellen politischer Standards für besonders unverantwortlich und fatal. Wir hoffen, dass die Aufenthalts- und Protestverbote in Frankfurt nicht als Eskalationsbeginn im öffentlichen Bewusstsein bleiben, sondern bloß als ein schlechter Scherz. Frankfurt am Main, 14. Mai 2012 Erstunterzeichner/innen: Prof. Dr. Norbert Abels, Publizist Rebecca Ann Tess, Künstlerin Veit Bachmann, Humangeograph, Goethe-Universität Frankfurt Anne-Marie Bernhard, Literaturwissenschaftlerin, Goethe-Universität Frankfurt Mike Bouchet, Künstler Prof. Dr. Bernd Belina, Goethe-Universität Frankfurt Alexandra Duwe, Künstlerin Jeanette Ehrmann, Politologin, Goethe-Universität Frankfurt Dr. des. Sabine Flick, Soziologin, FH Frankfurt Prof. Douglas Gordon, Künstler, HfBK Staedelschule Mauricio Guillén, Künstler Prof. Dr. Susanne Heeg, Institut für Humangeographie, Goethe-Universität Frankfurt Prof. Klaus Herding, Kunsthistoriker, Goethe-Universität Frankfurt Darja Klingenberg, Soziolgin, Goethe-Universität Frankfurt Prof. Dr. Kira Kosnick, Goethe-Universität Frankfurt Julia König, Erziehungwissenschaftlerin, Goethe-Universität Frankfurt Dr. phil. Christine Kirchhoff, Dipl.-Psych. Jenny Künkel, Institut für Humangeographie, Goethe Universität Frankfurt Dr. Jan Lohl, Sigmund-Freud-Institut, Frankfurt a. M. Flo Maak, Künstler Dr. Nadine Marquardt, Humangeographin, Goethe-Universität Frankfurt Daniel Milohnic, Künstler Dr. Ottavia Nicolini, Lehrerin Sophie von Olfers, Kuratorin, Portikus Apl. Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer, Goethe-Universität Frankfurt Parastou Forouhar, Künstlerin Harald Pridgar, Künstler Prof. Tobias Rehberger, Künstler und Prorektor der HfBK Staedelschule Mathias Rodatz, Institut für Humangeographie, Goethe-Universität Frankfurt Tomas Saraceno, Künstler Philipp Schink, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Philosophie, Goethe-Universität Frankfurt. Dr. Verena Schreiber, Humangeographin, Goethe-Universität Frankfurt Christoph Schwarz, Sozialforscher, Goethe-Universität Frankfurt Christian Schwedes, Institut für Humangeographie, Goethe-Uni Frankfurt Dr. Christian Steiner, Institut für Humangeographie, Goethe-Universität Frankfurt Alexander Vorbrugg, Institut für Humangeographie, Goethe-Universität Frankfurt Jeronimo Voss, Künstler Silke Wagner, Künstlerin Stefan Wieland, Künstler Holger Wüst, Künstler Christian Zickler, Künstler

Links

www.protestbrief-frankfurt.tk
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